Die Angst vor der Natur ist groß

Die Angst vor der Natur ist groß

Vieles, was mit Wald und Wildnis zu tun hat, stecken Erwachsene heute oft in die Gefahrenecke, sagt Susanne Mic. Zu Unrecht.

erschienen in der Mittelbayerischen von Beate Weigert, 21. Februar 2019

Das Potenzial an Waldkindergärten ist in der Schweiz noch lange nicht erschöpft

Der 1981 gegründete Dachverband Bio-Suisse vertritt die Interessen von 7000 «Knospe»-Landwirtschafts- und Gartenbaubetrieben. Wir fragten bei dem Präsidenten Urs Brändli nach, welche Bedeutung für ihn die Veranstaltung der Konferenz «Naturkinder weltweit Hand in Hand» für die Schweiz hat.

Interview mit Urs Brändli, Präsident Bio Suisse

11. Februar 2019

Infothek Waldkinder: Warum ist es aus deiner Sicht so wichtig Kindern die Verbindung zur Natur zu ermöglichen?

Urs Brändli:Wer die Natur als Kind lieben, erfahren und respektieren lernt, wird diese Liebe ein Leben lang pflegen.

Studien belegen zudem, dass Kinder die sich regelmässig in der Natur oder auf Bauernhöfen aufhalten, weniger mit Allergien zu kämpfen haben.

Wie denkst du, berührt die Natur die Herzen der Kinder?

Kinder gehen unvoreingenommen auf Neues zu. Dank ihrer jugendlichen Neugier lernen sie die Vielfalt der Natur unverkrampft kennen und lassen sich von kleinsten Dingen faszinieren. 

Welche emotionale Beziehung bauen Kinder in der Natur auf, um ein späteres ökologisches Verständnis und Verhalten zu verinnerlichen?

Nur wer die Natur kennt und liebt ist bereit, sich für deren Erhalt einzusetzen. Dieses Verständnis ist die Grundlage für ein verantwortungsvolles Einkaufen, und einen bewussten Konsum. Zum Wohl von Natur und Umwelt. 

Warum ist es für Kinder so wichtig die Kontinuität und die natürlichen Kreisläufe in der Vielfalt der Natur zu erleben?

Die Natur lehrt uns mit den Jahreszeiten ein stetiges kommen und gehen. Was mal schön geblüht hat zerfällt, bietet damit aber Kleinlebewesen Nahrung und hinterlässt Nährstoffe im Boden, die von den nächsten Pflanzen genutzt werden. Die breite Vielfalt der Natur und deren stetige Veränderung führen dazu, dass man sich immer wieder auf etwas Neues freuen kann.

Wie stärkt das Spielen in der Natur die sozialen Kompetenzen der Kinder? Was lernt das Kind im Bewegungsraum Natur?

Anders als auf dem Pausenplatz, wo meist der «Stärkere» die Szene beherrscht, benötigen wir in der Natur viel mehr Sensibilität, Weitsicht und Cleverness. Kinder erfahren sehr schnell, dass man draussen im «miteinander» schneller vorankommt als auf sich allein gestellt.

Warum braucht es den Austausch von Ländern, denen es am Herzen liegt, dass die Natur der beste Lehrer für die Kinder ist?

Konferenzen ermöglichen den Austausch von Erfahrungen und neuen Erkenntnissen. Sie regen an, das eigene Tun zu reflektieren und wirken motivierend.

Grosse Anlässe führen zudem zu grösserer Aufmerksamkeit. So bietet eine internationale Konferenz Chancen, dass die Bekanntheit von Waldkindergärten dank breitem Medieninteresse deutlich zunimmt. 

Wie wichtig ist diese Konferenz aus deiner Sicht für die Schweiz?

Das Potenzial ist auch in der Schweiz noch lange nicht ausgeschöpft. Die Konferenz führt hoffentlich zu Gründungen von vielen weiteren Waldkindergärten.

«Warum braucht es den Austausch von Ländern, denen es am Herzen liegt, dass die Natur der beste Lehrer für die Kinder ist?»

Angaangaq Angakkorsuaq ist ein Ältester der Eskimo-Kalaallit aus Westgrönland, der von seinem Volk in den höchsten Rang des Schamanen berufen wurde. Er ist seit vielen Jahren als traditioneller Heiler tätig. Sein Einsatz für Umwelt und indigene Themen führte ihn in über 60 Länder der Welt. TV Portrait vom ZDF über Angaangaq Angakkorsuaq

Gerald Ehegartner, der Kojote unter Lehrern, Autor von dem Buch «Kopfsprung in Herz» traf den Angaangaq in Salzburg zu einem persönlichen Gespräch und Interview. Er stellte ihm die Frage zu der Konferenz «Naturkinder weltweit Hand in Hand» im Mai 2019:

«Warum braucht es den Austausch von Ländern, denen es am Herzen liegt, dass die Natur der beste Lehrer für die Kinder ist?»

Naturkinder weltweit Hand in Hand Internationale Konferenz vom 3.-5. Mai 2019 in Zürich

Wald, Oktober 2018 - Die Anmeldung ist seit 15. Oktober 2018 freigeschalten für die Internationale Konferenz in Zürich für das kommende Jahr. Aus vielen Ländern werden Fachexperte aus dem Fachbereich der Wald- und Naturpädagogik zusammenkommen und drei Tage miteinander sich austauschen, vernetzen und ihr Wissen teilen.

Erstmalig feierten über 25 Länder am 3. Mai 2018 den 1. Internationalen Tag des Waldkindergartens weltweit unter dem Motto «Naturkinder weltweit Hand in Hand». "Die positive Energie kribbelte von den Wurzelhöhlen bis in die Baumspitzen! Es waren wunderbare Anlässe, die weltweit in den Wäldern gefeiert wurden!", sagt die Initiative von diesem Tag. Der 2. Aktionstag, die Internationale Konferenz Anfang Mai 2019, wird ein herausragendes Ereignis für die Schweiz. «Auf vielen Ebenen laufen die Vorbereitungen und jetzt wurde ein weiterer wichtiger Schritt gemacht: Ab jetzt ist es möglich, sich als Teilnehmer anzumelden!», sagt Christoph Lang, Präsident und Mitgründer der Genossenschaft.

Die Feuervogel Genossenschaft ist Veranstalter in Zusammenarbeit mit dem Waldkindergarten Flensburg aus Deutschland der Internationalen Konferenz. Die Konferenz findet in den Wäldern der Waldkindertagesstätte WaKiTa in Zürich statt. Charakteristisch für die Konferenz wird eine nahrhafte Reise von Impulsen nach den Grundlagen der Naturpädagogik durch alle Länder sein. Die Teilnehmer werden aus der langjährigen Erfahrung der anwesenden Naturpädagogen profitieren. Tiefe Naturverbundenheit trägt die international wachsende Gemeinschaft an diesem Wochenende.

Ein Wochenende für eine wachsende weltweite naturverbundene Gemeinschaft

Die Konferenz wendet sich an Fachkräfte aus Waldspielgruppen, Wald- und Naturkindergärten und Waldinstitutionen, Lehrpersonen und Pädagogen aus Waldschulen und öffentlichen Schulen, Studenten, Erwachsenenbildner, Weiterbildungsinstitutionen und Verbänden. Es sind Menschen angesprochen, die den 3. Mai, den 2. Internationalen Tag des Waldkindergartens mit anderen Ländern zusammen feiern wollen. An der Konferenz wird man Menschen antreffen, die weltweit die Hymne „Ich bin ein Waldkind“ gesungen haben, die extra für diesen Tag von dem Musiker Marius Tschirky geschrieben wurde. Das Lied wurde inzwischen in 9 Sprachen veröffentlicht.

Programm der Konferenz

Schirmherr der Veranstaltung ist der Verband ERBINAT «Verband für Bildung und Erleben» der Schweiz. Wichtige Partnerorganisationen, die den Anlass mitunterstützen sind die Stiftung SILVIVA, die Rucksackschule, die IG Spielgruppen Schweiz, die Waldkinder St.Gallen und der Verein natürlichjanine. Die Teilnehmer der Konferenz werden Gelegenheit haben Schweizer Waldeinrichtungen als Exkursionen zu besuchen und schauen wie sie arbeiten. Die Internationalen Kollegen werden ihren Ideenrucksack öffnen und man kann ihren Vorträgen lauschen und an praxisnahen Workshops teilnehmen. Die Konferenz wird in Deutsch und Englisch durchgeführt.

Naturkinder weltweit Hand in Hand

«Wir sind hier, weil es um unsere Zukunft geht», sagen die Naturkinder weltweit. Eröffnet wird die Konferenz mit einem Kinderfest am Freitagnachmittag. Am Abend werden die Teilnehmer der Konferenz zusammen mit der Feuervogel Genossenschaft und ihren Partner die Feier des Internationalen Tag des Waldkindergartens rund ums Feuer mit Tanz und Gesang weiterfeiern. Der Samstag und Sonntag ist den Fachthemen und -austausch der Konferenz gewidmet.