Planung Kursprogramm 2020

Als ein Feuervogel in der Natur unterwegs sein

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Unser Kursprogramm 2020 auf einen Blick

Vielfalt der Krabbeltiere

Eintauchen in den Mikrokosmos unserer einheimischen Insekten

Insekten können Ultraschall erzeugen und Infrarot messen. Sie können explodieren, Fallgruben stellen, Sklaven halten, Pflanzenwachstum steuern und das Verhalten anderer manipulieren. In jedem Ökosystem spielen sie eine der Hauptrollen. Eine fast unglaubliche Zahl von 38‘000 Arten bevölkert Mitteleuropa. Das Miteinander und Gegeneinander dieser Vielfalt hat zu erstaunlich trickreichen Überlebensstrategien und Spezialitäten geführt, mit denen wir uns hauptsächlich befassen.

Auch an das in dieser Grossgruppe nicht einfache Bestimmen von Arten wagen wir uns heran. Wir lernen, die Tiere in Ordnungen und Familien einzuteilen und prägnante Arten direkt zu bestimmen. Wir setzen uns bei theoretischen, praktischen und spielerischen Aktivitäten mit dem Leben der Krabbeltiere auseinander und mit ihrer fundamentalen Rolle beim Erhalt der Biodiversität. Der Kurs richtet sich an alle Interessierten und im besonderen Masse auch an Personen, die in Schulen, Waldeinrichtungen oder als Lagerleiter/innen neugierigen Kindern und Erwachsenen tiefergehend über die Natur am Wegesrand Auskunft geben können möchten.

Einheimische Insekten können Ultraschall erzeugen und Infrarot messen. Sie können explodieren, Fallgruben stellen, Sklaven halten und Pflanzenwachstum steuern. Erhalte Einblick in ihre überaus trickreichen Überlebens­strategien, die ökologische Rolle dieser artenreichsten aller Tiergruppen und das Handwerk der Artenbestimmung.

Die Schlupfwespenart mit dem Namen „Ichneumon eumerus“ ist auf der Suche nach der Raupe des kleinen Moorbläulings. Das ist ein kleiner blauer Schmetterling. Die Wespe möchte diese Raupe mit einem Ei bestücken, denn ihre Wespenkinder pflegen sich von nichts anderem als dem Fleisch eben dieser Raupenart zu verköstigen. Doch die Raupe versteckt sich in den tiefsten Katakomben eines Ameisenstaates, dort ist sie sicher und lässt es sich gut gehen. Sie hat die Ameisen überlistet, ihnen mit ihrem Duft vorgespielt, sie sei eine Ameisenlarve, worauf die fleissigen Arbeiterinnen sie adoptiert und in ihren Bau geschleppt haben, um sie dort mit allem, was die Ameisenküche hergibt, zu bewirten. Die Ameisen würden die Eingangs erwähnte Wespe sofort attackieren, würde sie auch nur einen Fuss in den Eingang ihres Nestes setzen. Aber „Ichneumon eumerus“ weiss sich zu helfen. Noch trickreicher als die Raupe hat sie einen komplexen Cocktail an Duftstoffen entwickelt, den sie den Ameisen bei ihrer Ankunft unterjubelt. Er führt dazu, dass die Ameisen vergessen, dass sie alle am gleichen Strick ziehen sollten – sie bekämpfen sich plötzlich gegenseitig! Bei jedem Kontakt wird der böse Duft der Wespe auf die nächste Ameise übertragen, und alsbald herrscht im Staat das pure Chaos. Niemand denkt mehr an fleissige Ameisenarbeit – und schon gar nicht daran, Eingänge oder Raupen zu verteidigen. Die Gunst dieser eigens herbeigeführten Stunde nutzt die Wespe, um zur Raupe ihrer Wahl vorzudringen, ein Ei zu legen und schnell zu verduften. Der Rest ist die Geschichte eines Sommervogels, der zum Pechvogel wurde. Das alles spielt sich nicht irgendwo im Regenwald von Südamerika ab, sondern in unseren heimischen Riedwiesen! Höre am Kurs „Vielfalt der Krabbeltiere“ beim Feuervogel noch unzählige weitere solch unglaublichen Geschichten und erfahre, wieso die Welt der heimischen Insekten nicht nur bizarr, sondern auch unglaublich wichtig für all unsere Ökosysteme ist.  

Video:
DatumEnddatum
06.06.2020 : 9.20 06.06.2020 : 17.30
Ort TeilnehmerInnen
Wald ZH Erwachsene
Anzahl TeilnehmerFreie Plätze
16 16
PreisFamilienpreis ab 2. Kind
130,00
ProjektleiterAnmeldeschluss
Chantal Marty
Thomas Marty
23.05.2020
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